Aktuelles / News
 
Neue Literatur

Andreas Hauptmann & Volker Pingel
Archäometrie - Methoden und Anwendungen. Stuttgart, Schweizerbartsche
Verlagsbuchhandlung 2008. ISBN 978-3-510-65232-7. 264 pages, 138 figures partly in color, 7 tables.
See www.schweizerbart.de


Andreas Hauptmann
The Archaeometallurgy of Cooper: Evidence from Fayan. Natural Science in Archaeology (series eds B. Herrmann & G. A. Wagner).
Springer Berlin Heidelberg
New York 2007. ISBN 978.3.540.72237. 388 pages, 170 figures, 40 tables.
See www.springer.com


Lehraktivitäten

Journey to the Copper Age

Archaeology in the Holy Land
Lecture series. December 2, 2008: Thomas Levy, Andreas Hauptmann & Mohammad Najjar. Copper ores transformed: How people 6000 years ago made metal. San Diego Museum of Man

Andreas Hauptmann: Gold
Lectures/Seminar, Universite de Fribourg Suisse, Dept. de Géosciences, February 22, 23, 2007, 14 hours

Kompaktkurs (Einwöchig) für Archäometrie-Materialkunde archäologischer Objekte.
Leitung: PD Dr. Sabine Klein.
Mit H. G. Bachmann, A. Hauptmann, A. Kronz.
6.-10.10.08, Frankfurt am Main
Der Kurs wird 2009 wiederholt.

Forschung: Gold in Georgien
Die VolkswagenStiftung hat dem Deutschen Bergbau-Museum im Sommer 2007 360.000,- € für ein wissenschafts- und kulturpolitisch bedeutendes Kooperationsvorhaben deutscher und georgischer Forscher bewilligt. Dabei geht es um die Geschichte des Goldes in Georgien, ein Land, das durch den Mythos des Prometheus und die Sage des Goldenen Vlieses (Argonautensage) bekannt ist. Die Federführung des interdisziplinären Projekts liegt in den Händen von Prof. Dr. Andreas Hauptmann. An dem Projekt beteiligt sind von deutscher Seite Prof. Dr. Thomas Stöllner (Deutsches Bergbau-Museum und Ruhr-Universität Bochum) und Prof. Dr. Gerhard Brey (Institut für Mineralogie der UniversitätFrankfurt/Main). Georgische Partner sind die Archäologin Dr. Irina Gambaschidze und der Chemiker-Archäologe Irakli Dschaparidze vom Zentrum für Archäologische Forschungen am Nationalmuseum Tbilisi.

Mit dem Forschungsvorhaben werden zwei Ziele verfolgt: zum einen handelt sich um ein Projekt zur frühen Gewinnung als auch zur Kulturgeschichte des Goldes in Georgien. Zum anderen steht das im Zuge des Vorläuferprojekts begonnene Lehr- und Ausbildungsprogramm im Bereich der Montanarchäologie und der Archäometallurgie im Mittelpunkt.

Konkret geplant ist zum einen die geochemisch-isotopische Charakterisierung der georgischen Goldvorkommen, um der Nutzung und Verteilung von Gold aus dem Kaukasus und dem Transkaukasus in der Bronzezeit und zur Zeit der "goldreichen Kolchis" in der Mitte des 1. Jahrtausends v.Chr. auf die Spur zu kommen. Welche Rolle spielte das bronzezeitliche Bergwerk von Sakdrisi im Goldrevier von Bolnisi? Stammt das berühmte Gold der Kolchis, das Gold des Goldenen Vlieses aus den Flüssen des Großen Kaukasus? Diese Provenienzstudien werden in enger Kooperation mit Prof. Dr. Gerhard Brey und Dr. Sabine Klein vom Institut für Mineralogie der Universität Frankfurt/Main durchgeführt. Die Untersuchungen stellen eine Pilotstudie dar, die mittels modernster massenspektrometrischer Verfahren durchgeführt wird. Analysiert werden erstmals mehr als 20 Elemente von Gold im Spuren- und Ultraspurenbereich sowie die Isotopen des Bleis und des Osmiums. Bislang konnten bereits an die hundert Goldartefakte und -erze analysiert werden.

Weiterhin sollen montanarchäologische Grabungen in dem schon in der Kampagne 2005 entdeckten frühbronzezeitlichen Goldbergwerk von Sakdrisi fortgeführt werden, das in der georgischen Kura-Araxes-Kultur um 3000 v. Chr. betrieben wurde. Das Bergwerk ist mit dieser Datierung das zur Zeit älteste bekannte Goldbergwerk überhaupt. Das zeigt, dass bereits in der beginnenden Bronzezeit Gold nicht nur aus Flüssen gewaschen wurde, sondern auch aus festem Gestein gewonnen wurde. In den kommenden Jahren soll eine zu dem Bergwerk gehörende Siedlung, die im Sommer 2007 gefunden wurde, erforscht werden.

Die Arbeiten werden in enger Kooperation mit georgischen Archäologen und Geologen durchgeführt. Studenten und angehende Wissenschaftler aus Georgien werden sich im Rahmen des Projekts akademisch weiterbilden, umgekehrt werden deutsche Studenten über Themen der georgischen Archäometallurgie und Montanarchäologie arbeiten.

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